Zwei Jahre nachdem in Deutschland erstmals eine Koalition zwischen Sozialdemokraten und Grünen an die Regierung gekommen ist, hat sich in der Afrikapolitik wenig geändert. Während einige Innovationen eingeführt wurden (wie etwa die G7-lnitiative über den Schuldenerlass oder die Betonung der Konfliktvermeidung), bleibt Afrika in puncto Handel und Entwicklungszusammenarbeit weiterhin marginalisiert. Administrative Kapazitäten im Bereich der Beziehungen DeutschlandAfrika wurden weiter abgebaut. Obwohl Deutschland in Afrika ein zentraler Akteur ist, fehlen seiner Afrikapolitik dennoch „harte“ politische oder ökonomische Interessen. Die Afrikapolitik ist vielmehr im Kontext des politischen und ökonomischen Liberalismus Deutschlands und der allgemeinen „Europäisierung“ seiner Außenpolitik zu sehen. Deutschlands Afrikapolitik kann insgesamt als eher unwichtiger aber integraler Bestandteil der Außenpolitik einer „zivilen Macht“ nach dem Ende des Kalten Krieges gesehen werden.