Angesichts der Tatsache, das seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes und dem Zerfall des Kommunismus allenthalben kräftig an der Schaffung eines neuen Feindbildes in Gestalt des Islamischen Fundamentalismus gebastelt wird, zielt der Beitrag darauf ab, die geläufigen Erklärungen zum Aufstieg des islamischen Fundamentalismus als Aufstand gegen die Moderne in drei Thesen zu problematisieren: Erstens wird unterschieden zwischen Islamismus“ und der Revitalisierung des Islams. Zweitens wird verdeutlicht, wie sehr diese eher der Ausdruck der Krise der Entwicklung dieser Staaten ist als ein Rückfall in das Mittelalter. Drittens schließlich wird am Beispiel der iranischen Entwicklung zu verdeutlichen versucht, dass der Fundamentalismus langfristig an Resonanz verlieren und daher scheitern wird, weil er nicht in der Lage ist, Lösungsvorschläge für jene sozio-ökonomischen Krisen zu erarbeiten, die für die Entstehung dieser Bewegungen ursächlich waren.