Auch mehr als zwei Jahre nach Unterzeichnung der „Declaration of PrincipIes on Self-Government Arrangements“ im September 1993 haben sich die Hoffnungen der Palästinenser auf eine „Friedensdividende“ nicht erfüllt. Vielmehr haben vor allem die von den Israelis verfügten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit der Palästinenser deren Ökonomie schweren Schaden zugefügt. Da alle im Rahmen des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses getroffenen Vereinbarungen die Unwilligkeit Israels reflektieren, die Ressourcen gerecht zu teilen und materielle Voraussetzungen für eine solide sozioökonomische Entwicklung des palästinensischen Gemeinwesens zuzulassen, ist das Gelingen des Friedensprozesses insgesamt in Frage gestellt. Ziel dieses Artikels ist es, jene in die Vergangenheit reichenden politischen und gesellschaftlichen Strukturen aufzuzeigen, die die Palästinenser bei den Friedensverhandlungen daran hinderten, ihre Interessen besser durchzusetzen und in den vergangenen zwei Jahren die Grundlagen für ein geordnetes autonomes Gemeinwesen zu gestalten. Darüber hinaus werden auch die Fehleinschätzungen der internationalen Staatengemeinschaft in Bezug auf den Zusammenhang von politischer und ökonomischer Entwicklung einer näheren Analyse unterzogen.