Seit der Entdeckung wurden die natürlichen forstlichen Ressourcen Brasiliens hauptsächlich zwecks Flächengewinnung für die Land- und Viehwirtschaft, aber auch für den Holzexport, mit großer Geschwindigkeit abgebaut. Der Wald wurde von den verschiedenen gesellschaftlichen Ebenen eher als Entwicklungshindernis angesehen. Bis 1930 verfügte Brasilien eigentlich über keine in Gesetzen verankerten Regelungen für die Nutzung der Wälder, was die Vernichtung großer Waldflächen erleichterte. Ab 1967, mit der Gewährung von Steuerbegünstigungen, wurden großflächige Plantagen mit Bäumen der Gattungen Pinus (Kiefer) und Eucalyptus angelegt. Bei solchen Investitionen für Aufforstungen sind die Betriebe zu nachhaltigem Vorgehen gezwungen. Naturwälder erfahren zwar in letzter Zeit einen besonderen gesetzlichen Schutz, doch kann von Nachhaltigkeit noch nicht die Rede sein, auch weil die wissensmäßigen und institutionellen Voraussetzungen meist nicht gegeben sind.