Von den methodologischen Grundlagen der sogenannten „Neuen Entwicklungs-ökonomik“ ausgehend, ist die ökonomische Evaluierung eines Projektes der „Sozialen Forstwirtschaft“ im indischen Karnataka Gegenstand der Arbeit. Angesichts der besonderen Schärfe, mit der sich das Allokationsproblem in den Staaten des Südens stellt. wird zunächst die allokationspolitische Funktion von Projekten der Entwicklungszusammenarbeit diskutiert und anschließend die allokationspolitische Situation (Infrastruktur, makroökonomischer Rahmen und mikroökonomische Anreizstruktur) in Karnataka, dem wirtschaftspolitischen Umfeld des im wesentlichen von der Weltbank finanzierten Projektes, analysiert. Das Projekt selbst wird dargestellt anhand seiner Problemdefinition, seiner Zielsetzung und Instrumente sowie der Verteilung der mit seiner Hilfe angestrebten Erträge. Die ökonomische Evaluierung ergibt einen negativen Kapitalwert, das heißt, das Karnataka Social Forestry-Project ist mit einem ineffizienten Ressourceneinsatz verbunden. Ursache dafür ist der Einsatz einer kapitalintensiven Produktionstechnologie und die mangelnde Partizipation der Zielgruppen. Die Verantwortung für die allokative und damit auch distributive Ineffizienz des Projektes trägt die Forstverwaltung von Karnataka.