Viele Bildungssysteme in Entwicklungsländern sind auch heute noch durch die negativen Auswirkungen des Kolonialismus geprägt. Fest verwurzelte Ungleichheiten und sozioökonomische Disparitäten führen immer wieder zu Krisen in den postkolonialen Bildungssystemen und reproduzieren bestehende gesellschaftliche Verhältnisse. In weiterer Folge wird auch die globale Arbeitsteilung weiter tradiert: Die Bevölkerungen der so genannten Entwicklungsländer stellen dabei ein Reservoir an billigen und niedrig qualifizierten Arbeitskräften dar. Vor diesem Hintergrund betrachtet der vorliegende Artikel das kubanische Bildungsmodell sowie dessen gegenwärtige Reformen als einen alternativen Weg, Bildung und ihre Rolle in der nationalen wie globalen Entwicklung zu konzeptionieren. Alternativen wie das kubanische Modell warden angesichts der globalen neoliberalen Hegemonie immer wichtiger, um zu zeigen, dass auch ärmere Länder Visionen von qualitativ hochwertiger Bildung verwirklichen können.