Die WTO stellt einen neuen Typus internationaler Organisation dar, der sich durch eine hohe, völkerrechtliche Verbindlichkeit seiner Beschlüsse und durch ein Streitschlichtungsverfahren mit Sanktionsmöglichkeiten auszeichnet. Die Krise der WTO, die in Seattle ausbrach, ist struktureller Natur. Die Einbindung der WTO in die Asymmetrien und hegemonialen Machtstrukturen des internationalen Systems, die daraus resultierenden Interessensgegensätze zwischen den großen Handelsblöcken und ihre internen Demokratiedefizite machen sie jedoch als Element einer Global Governance-Struktur, die den Kriterien einer demokratischen, sozial gerechten und ökologisch tragfähigen Entwicklung entspricht, ungeeignet. Allerdings wirft auch eine grundlegend reformierte WTO Probleme globaler Demokratie auf, für die derzeit keine befriedigenden Lösungen in Sicht sind.