Die gesellschaftliche Diskussion über den Umgang mit dem kulturell Fremden macht vor den Klassenzimmern nicht halt. Im Sinne der Interkulturellen Pädagogik plädieren viele Schulbücher dafür, anderen Kulturen gegenüber aufgeschlossen zu sein und das interkulturelle Zusammenleben zu fördern. Zwar sind diese Intentionen durchaus wohlwollend. Sie haben aber oft das genaue Gegenteil dessen zur Folge, was eigentlich erreicht werden soll. Der vorliegende Beitrag arbeitet die Diskrepanz zwischen gut gemeinter, integrativer Absicht und letztlich gegenteiliger, nämlich ausschließender Wirkung an einem konkreten Beispiel heraus. Im Anschluss an eine Auseinandersetzung mit der paradoxen Logik der Verortung wird abschließend gezeigt, wie eine alternative Thematisierung des Fremden im Schulunterricht aussehen könnte.