Der Artikel geht aus von der Kritik an west- und ostdeutschen EntwicklungsexpertInnen in der Entwicklungshilfe und internationalen Solidarität der 1960er und 1970er Jahre in Afrika südlich der Sahara, die sowohl in Ländern des Nordens als auch des Südens vorgebracht wurde. Er fragt nach den Formen jener Kritik und nach Reformen in Ausbildung und Auswahl der Fachkräfte, die ab Ende der 1960er Jahre ganz besonders vehement einsetzten. Er zeigt, dass paradoxerweise gerade das Bemühen, die Moral der ExpertInnen und ihre interkulturellen Kompetenzen zu heben, Vorstellungen von vermeintlicher kultureller Andersartigkeit und Unterentwicklung in Afrika südlich der Sahara befestigt hat und dass dadurch auch Vorurteile und rassistische Zugangsweisen unterstützt, wenn nicht gar hervorgerufen wurden.