Das ursprüngliche Konzept von Ermächtigung in der Entwicklungszusammenarbeit meint einen Prozess der kollektiven Stärkung der Machtstellung marginalisierter Bevölkerungsgruppen gegen unterdrückende Strukturen. Die mittlerweile allgemein gebräuchlichere, neoliberale Bedeutung beschränkt sich hingegen auf Aspekte der individuellen Ressourcenausstattung. Die Basis eines Ermächtigungsprozesses ist ein Verständnis von Macht als „Macht zu“, „Macht über“ oder als besonders wirksame aber schwer fassbare „dezentrierte Macht“. Letztere äußert sich momentan nicht zuletzt auch in der Organisationsform der NGOs und einem einerseits verstärkt ökonomistisch-neoliberalen, andererseits auch basisbezogenen Diskurs. Wesentliche Elemente in der Praxis, die aus konsequenten Partizipationsformen hervorgegangen sind, sind vor allem „prozessorientiert“, unterliegen jedoch häufig internen und externen Beschränkungen.