Der Artikel setzt sich mit den Kontinuitäten informeller Arbeitsbedingungen in der andalusischen Landarbeit auseinander. In diesem Kontext werden die Verhältnisse zwischen (Mehrheits-)Gewerkschaften, informeller Arbeit, Migration und der Produktion von Gemüse in den Fokus der Analyse gerückt. Hierbei werden historische Bezüge mit aktuellen empirischen Daten verknüpft und auf diese Weise Verschiebungen in der informellen Arbeit rekonstruiert. So ist für die andalusischen Obst- und Gemüseexporte trotz Modernisierung und Industrialisierung die Handarbeit vieler häufig irregulär beschäftigter, meist immigrierter Arbeitskräfte der Garant geblieben. Die Rolle der Mehrheitsgewerkschaften ist in diesem Kontext ambivalent und oftmals auf die Kontrolle der Verhältnisse orientiert.