Dieser Beitrag liefert eine Übersicht zu Genese und Ausmaß informeller Arbeit und Beschäftigung in China im Zuge der Marktöffnung nach 1978 und analysiert die jüngst von der chinesischen Regierung ergriffenen Maßnahmen zur Re-Regulierung von Informalität. Die staatliche Politik in Bezug auf informelle Arbeit wird als Doppelbewegung beschrieben, da sie zunächst die Grundlage für die Ausweitung informeller Beschäftigung gelegt hat, seit einigen Jahren aber deren Eindämmung betreibt. Die dazu ergriffenen Maßnahmen beheben die reale Unsicherheit der Beschäftigung jedoch kaum, zumal sie in vielen Fällen nicht greifen. Im Ergebnis bleibt die Qualität der meisten Arbeitsverhältnisse vertraglich unbestimmt und unzureichend. Die fortexistierenden realen Ungleichheiten in der chinesischen Arbeitswelt können besser in den Blick genommen werden, wenn das Prekaritätskonzept auf den chinesischen Fall angewendet wird.