Dieser Artikel untersucht den Beitrag, den die traditionellen Agrarkenntnisse und -praktiken der indigenen Völker Mexikos bei Erhaltung der Umwelt und bei der nachhaltigen Nutzung der natürlichen Reichtümer spielen können. Unterschiedliche akademische Disziplinen wie die Ethnobotanik, die Agrarökologie, die Ethnoscience, die Ethnobiologie und seit kurzer Zeit die Ethnoökologie untersuchen die Bedeutung, welche den traditionellen Kenntnissen dieser Völker als Beitrag zur sogenannten westlichen Wissenschaft und Kultur zukommt. Eine wichtige Sorge der Menschheit im ausgehenden 20. Jahrhundert gilt der Frage, wie eine auf Nachhaltigkeit beruhende Entwicklung ermöglicht werden kann: Welche Rolle können in diesem Zusammenhang die indigenen Völker spielen, und wie können diese Völker und deren Kulturen im Kontext des Neoliberalismus und der Globalisierung auf der Grundlage einer multikulturellen und pluriethnischen Gesellschaft weiterexistieren?