Der Artikel analysiert hegemoniale Kultur- und Identitätskonzepte im globalen und österreichischen Kunst- und Kulturbereich und untersucht Strategien des Widerstandes gegen national, geographisch oder kulturell bedingte Ausschlussmechanismen. Eingebettet in die Theorien der Cultural Studies, der Postcolonial Studies, der Sozial- und Kulturanthropologie und der feministischen Forschung zu Raum, Kultur und Differenz stehen drei Beispiele im Vordergrund: die langsame Auflösung der Konstruktion Afrika, die dem internationalen Kunstmarkt lange Zeit als Zuschreibungsinstrument gedient hat; das aktuelle Aufkommen eines angeblich kulturell bestimmten Raumes Balkan; und die Arbeit des autonomen Integrationszentrums von & für Migrantinnen MAIZ in Linz, dessen Aktivistinnen sich gegen Vereinnahmungen und Ausschlussmechanismen im österreichischen Kunst- und Kulturbetrieb mit einer zeitgenössischen Form der Menschenfresserei zur Wehr setzen.