In diesem Artikel werden die wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Entwicklungen in Mexico City der 1980er und 1990er Jahre untersucht. Zentral ist dabei zunächst die Frage, ob die beschleunigte Globalisierung Mexikos die Stellung seiner wichtigsten Metropole stärkt, wie die Global City-Debatten vermuten lassen, oder ob Freihandel, Exportorientierung und neoliberale Modernisierung eine Dezentralisierung wirtschaftlicher Aktivitäten begünstigen. Zweitens wird untersucht, ob die zu beobachtende soziale Polarisierung mit der vertieften globalen Integration in Zusammenhang gebracht werden kann. Drittens wird die Frage gestellt, welche Rolle Mexico City in der und für die Weltwirtschaft einnimmt. Die vorliegenden Forschungsergebnisse zeigen, dass a) Mexico City von der Wirtschaftskrise und den sozioökonomischen Umstrukturierungen der 1980er und 1990er Jahre überproportional getroffen wurde, dass also die Krise der Industrie und der Boom der produktionsbezogenen Dienstleistungen massiv durch die Globalisierung geprägt wurden; b) die soziale Polarisierung in Mexico City ausgeprägter ist als in anderen mexikanischen Städten, was einen Zusammenhang zur spezifischen Rolle von Mexico City im Prozess der Globalisierung vermuten lässt; c) Mexico City sich zunehmend auf globale Aktivitäten orientiert, dass die Stadt also als ein Scharnier zwischen der Weltwirtschaft und Mexiko agiert.