Die Außenhandelsbeziehungen zwischen dem Industrieland Österreich und den strukturell wenig entwickelten OPEC-Ländern haben von 1960 bis zum ersten Ölschock (1973/1974) mit 1 bzw. 1,9 Prozent der Gesamteinfuhren bzw. -ausfuhren Österreichs keinen besonderen Stellenwert erlangen können. Sie sind im Gefolge dieses Ölschocks und der Erdölpreissteigerung in signifikanter Weise intensiviert worden. Angesichts des zweiten „Ölschocks“ (1979/1981) und der anhaltenden hohen Erdölpreise hielt diese Intensivierung an. Von 1974 bis 1985 betrug der Anteil der Einfuhren bzw. Ausfuhren Österreichs mit den OPEC-Ländern 5,2 bzw. 5,8 Prozent. Seit 1986 zeigen die Außenhandelsbeziehungen eine abflachende Tendenz und erreichten von 1986 bis 1992 nur noch 2 bzw. 2,9 Prozent der Gesamteinfuhren bzw. -ausfuhren Österreichs. Die Passivierung der österreichischen Außenhandelsbeziehungen mit diesen Ländern ist vor allem auf die Erdölpreissteigerungen in den 70er und 80er Jahren zurückzuführen. Die OPEC Länder wie der Irak, der Iran, Saudi-Arabien, Libyen, Algerien und zum Teil auch Nigeria zählen neben den USA, Kanada und Japan zu den wichtigsten außereuropäischen Export- bzw. Importländern Österreichs. Die Außenhandelsverflechtung zwischen Österreich und den OPEC-ländern weist die für die Austauschbeziehungen zwischen den Industrieländern und den unterentwickelt gehaltenen Ländern charakteristische Struktur auf. Die österreichischen Importe bestehen vor allem aus energieliefernden Rohstoffen (bis zu 95,0%), während sich die Exporte Österreichs hauptsächlich aus industriellen Halb- und Fertigwaren (etwa 90,0%) zusammensetzen. In Bezug auf die Erdöllieferungen nach Österreich haben die OPEC-Länder sehr unterschiedliches Gewicht. Während Länder wie Ecuador und Indonesien absolut keine bzw. sehr geringe und Venezuela, Katar, Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate und Gabun geringe Bedeutung haben, stellen der Iran, Saudi-Arabien, Libyen, Algerien, der Irak und Nigeria die größten Erdöllieferanten Österreichs innerhalb der OPEC-Länder dar. Mit ihrem Anteil von mehr als 72,0% an der Gesamterdöleinfuhr waren die OPEC-Länder die wichtigsten Energieexporteure Österreichs in der Zeit von 1970 bis 1992 überhaupt.