Seit den 60er Jahren wurden in der Landwirtschaft Westafrikas zahlreiche Versuche zur Modernisierung bzw. Umstrukturierung gemacht, sei es durch groß angelegte Entwicklungspläne oder durch ein weiter gefasstes Maß an Leistungen, verbunden mit entsprechenden Entwicklungsprojekten. Solche Pläne konnten unterschiedliche Erfolge verzeichnen, wobei in den 80er Jahren neue Wege beschritten wurden, und zwar durch Initiativen, die als Strukturanpassungsprogramme allgemein bekannt wurden. Dabei wurde der Einfluss des Staates reduziert und die Macht des freien Marktes aktiv gefördert. Unbestreitbar haben die städtische Arbeit und die Produktionsmärkte lange Zeit sowohl die Peripherie der Städte als auch deren Hinterland beeinflusst, so dass die Landwirtschaft signifikante Veränderungen durchgemacht hat, um der städtischen Nachfrage zu genügen. Dieser Artikel untersucht das urbane Hinterland im Norden von Nigeria, aber auch die Neu- bzw. Umformung ländlicher Haushalte durch die sich verändernde Wichtigkeit von außer-landwirtschaftlichen Tätigkeiten, die lokale und regionale Migration bedingen. Es wird argumentiert, dass Haushalte sich entsprechend den vorhandenen Arbeitsmöglichkeiten unterschiedlich entwickeln: einige werden erfolgreiche Akkumulatoren von Ressourcen und können so aus der steigenden Nachfrage der Städte an Nahrungsmitteln ihre Vorteile ziehen, während andere mit eingeschränkten Landressourcen auf nicht-landwirtschaftliche Tätigkeiten zur Aufrechterhaltung des Haushaltes angewiesen sind. In den vergangenen Jahren ist zusätzlich zu den Landumverteilungen, die in den ländlichen Haushalten aufgetreten sind, eine neue Klasse von kapitalistischen Großgrundbesitzern entstanden. Alle Entwicklungen in der Landwirtschaft müssen in Zusammenhang mit der sich verändernden Wirtschaftspolitik Nigerias gesehen werden, eines bedeutenden Ölproduzenten, der von den 70er bis in die 90er Jahre sowohl wirtschaftliche Hochs als auch Tiefs erlebte. Eine allgemeine Schlussfolgerung ist, dass städtische Regionen gute Studienobjekte zur Identifizierung von weitreichenden landwirtschaftlichen Veränderungen sind, dies gilt sowohl für Nigeria als auch für andere Länder.