Die radikale Öffnung der mexikanischen Ökonomie im Zuge des GATT-Beitritts und der Gründung der Nordamerikanischen Freihandelszone NAFTA wurde bereits unter der Führung der PRI (Partei der Institutionalisierten Revolution) eingeleitet. Die seit dem Jahr 2000 regierende pro-amerikanische Wirtschaftspartei Partei PAN (Partei der nationalen Aktion) und Präsident Vicente Fox treiben die neoliberale Deregulierungspolitik und Außenöffnung gegenüber den USA weiter voran. Der Autor prüft den vordergründig feststellbaren Mangel an neoliberalen Akteuren, die für die Wende in der entwicklungsstrategischen Ausrichtung Mexiko hatte lange Zeit eine importsubstituierende Entwicklung verfolgt hin zu einem import- und exportorientierten Modell verantwortlich sind. Bei genauerer Analyse lassen sich indes eine Reihe von neoliberalen Kräften in der mexikanischen Gesellschaft verorten. Das Wirken älterer Netzwerke von Neoliberalen wird dargestellt, um ein detaillierteres Panorama von neoliberalen Netzwerken zu schildern, die sich im Laufe der 1980er und 1990er Jahre herausgebildet haben (private Think Tanks mit Verbindungen sowohl zur PRI als auch zur PAN sowie in die USA). Neoliberale Politikstrategien rückten unter anderem auch aufgrund der Arbeit dieser Netzwerke von der Peripherie ins Zentrum der mexikanischen Politik. Weitere radikale Veränderungen unter der Führung der PAN sind unterdessen unwahrscheinlich, weil die große Wende hin zu einem neoliberalen Umbau der Wirtschaftsstrukturen bereits unter der Herrschaft der PRI vorgenommen worden ist.