Der vorliegende Aufsatz versucht eine kritische Betrachtung der Spannungsfelder, mit denen die Bergstämme Thailands (Hilltribes) im Zuge politisch propagierter Touristifizierung – als Imagekorrektur zum traditionellen Prostitutionstourismus – zunehmend konfrontiert sind. Nach einer definitorischen state-of-the-art Diskussion liegt der Schwerpunkt auf der spezifischen Situation der nordthailändischen Hilltribes, die – prototypisch für aggressiven Drittwelt-Ethnotourismus – durch eine Interessenskollision von staatlicher Tourismuspolitik (Vermarktung ethnischer Minderheiten), boomendem westlichen Trekkingtourismus mit vorwiegend alternativtouristischem Gedankengut und Trekkingagenturen als Makler der Authentizität geprägt ist. Das Drogen-Image der, Golden-Triangle‘- Staaten (Laos, Myanmar, Thailand) erweist sich dabei als Reisemotiv wie Werbeträger gleichermaßen, was zunehmenden Massentourismus begünstigt und soziokulturellen Wandel wie die Hinterfragung traditioneller Sozialstrukturen entscheidend forcieren könnte.