Grundthese des vorliegenden Artikels ist es, dass die Gründe für den Aufstand des EZLN in Chiapas seit 1.1.1994 in erster Linie in den politischen Verhältnissen in Mexiko und speziell in Chiapas zu suchen sind. Gegen ein politisches System in den Händen einer vorrrevolutionären Regionaloligarchie und ihrer Klientel von Modernisierungsgewinnern, das bis heute weite Teile der Bevölkerung von der politischen Partizipation und in weiterer Folge von Entwicklungschancen ausschließt, begann sich ab den 70er Jahren mit Hilfe der Befreiungstheologen und linker Gruppen ziviler Widerstand unter der Bevölkerung zu regen. Indem die herrschende Elite die legalen Protestwege verschloß und zunehmend auf gewaltsame Maßnahmen zur Erhaltung des Status Quo zurückgriff, half sie der Guerilla des EZLN sich als Volksheer zu etablieren.