Im Hinblick auf die wachsende Bedeutung des Städtischen im entwicklungspolitischen Kontext befasst sich der Artikel mit Praktiken hegemonialer Stadtentwicklung und möglichen Alternativen. Dabei wird aus einer Post-Development-Perspektive anhand des Beispiels Rio de Janeiro gezeigt, dass autoritäre, eurozentristische und entpolitisierende Aspekte die Stadtpolitik prägen. Anknüpfend an die Diskussionen um Alternativen zu Entwicklung wird am Beispiel der Sem-Teto Bewegung in Rio de Janeiro verdeutlicht, dass konkrete Alternativen bereits bestehen. Es wird argumentiert, dass die von der Bewegung forcierte Aneignung von Wohnraum eine Handlungsperspektive für die vom formellen Immobilienmarkt und von politischer Beteiligung ausgeschlossenen Bevölkerungsteile darstellt.