Der vorliegende Artikel widmet sich der Frage, inwiefern sich die grundlegenden strukturellen Veränderungen in der Landwirtschaft seit der Einführung der sogenannten Grünen Revolution auf die Rolle von Saatgut bzw. auf die Beziehung von BäuerInnen zu ihrem Saatgut ausgewirkt haben. Sie setzt den Transformationsprozess von Saatgut von einem frei zugänglichem, kulturell bedeutendem Gut zu einem Produktionsmittel mit Warencharakter in einen Kontext von Interessenslagen konkreter AkteurInnen, welche an der Umsetzung der Grünen Revolution beteiligt waren und kommt zu dem Schluss, dass dieser Transformationsprozess Resultat von bewusst getroffenen politischen Entscheidungen war, der unter anderem einen Kontrollverlust von ReisbäuerInnen über Entwicklung und Herstellung von Saatgut mit sich brachte.