Das Südliche Afrika ist historisch bedingt eine extrem polarisierte Region, in der ein industrialisiertes Zentrum Südafrika einer unterentwickelten Peripherie gegenüber steht. Die Southern African Development Community (SADC), ursprünglich von Südafrikas Nachbarn gegründet und gegen die Dominanz des Apartheid-Regimes gerichtet, versucht seit den 1990er Jahren, durch eine Politik der Martkintegration und Handelsliberalisierung Entwicklung und Wirtschaftswachstum für alle Staaten in der Region zu fördern. Damit folgt sie zum einen dem internationalen Trent zu regionalen Freihandelsblöcken, und trägt zum anderen den nach Ende der Apartheid geänderten regionalpolitischen Rahmenbedingungen Rechnung. Mit Rückgriff auf Erkenntnisse der New Economic Geography versucht der Artikel zu zeigen, dass Handelsliberalisierung allein jedoch nicht zur Erreichung der Ziele der SADC führen wird, sondern vielmehr die Gefahr einer weiteren Polarisierung der Region und Marginalisierung Südafrikas Nachbarländer birgt.