In diesem Beitrag wird vorgeschlagen, die Idee des ungleichen Tauschs in die Analyse globaler Rohstoffgüterketten einzubeziehen. Ungleicher Tausch wird in diesem Zusammenhang verstanden als der ungleiche Austausch von Anrechten auf die Arbeitszeit anderer und damit als ungleiche gegenseitige Kontrolle. Eine empirische Untersuchung dieser gegenseitigen Kontrolle kann durch (1) die detaillierte Darstellung von Minenstädten als Miniaturversionen globaler Kontrollverhältnisse, (2) die Identi?zierung von Flaschenhälsen der Kettensteuerung oder (3) die Darstellung der Entwicklung von Lohnspreizungen innerhalb von globalen Güter- oder Produktionsketten erfolgen. Damit kann über die übliche Darstellung der Wertschöpfung pro Produktionsstufe hinausgegangen werden. Zur Veranschaulichung dieser Gedanken dient der Bauxitbergbau in Guinea und seine Ver?echtungen mit der globalen Aluminiumgüterkette.