Mit der Gründung des Presidents Emergency Plan for AIDS Relief (PEPFAR) 2003 machte die US-Regierung unter George W. Bush HIV/AIDS zum Schwerpunktthema ihrer Entwicklungspolitik. Unter dem Einfluss der religiösen Rechten setzte PEPFAR in der Präventionsarbeit vor allem auf Werte wie Enthaltsamkeit und Treue innerhalb der Ehe, vernachlässigte dabei umfassende Sexualaufklärung und strich Förderungen für Organisationen, die sich für eine gleichberechtigte Zusammenarbeit mit Sexarbeiter_innen oder legalen Zugang zu Abtreibungen einsetzten. Der Artikel diskutiert negative Auswirkungen dieser Politik für Frauen und sexuelle Minoritäten und die Rolle der US-Regierung als politisch und finanziell bedeutender Akteur_in, die mit PEPFAR in zentralen Punkten einer Etablierung sexueller Rechte in der internationalen HIV/AIDSArbeit widerspricht.