Unser Beitrag thematisiert eine Frage, die in Diskursen zur Solidarischen Ökonomie und organisationalen Partizipation häufig als unreflektierte Prämisse zu finden ist und als solche nur selten diskutiert wird: nämlich dass betriebliche Mitbestimmung zur gesellschaftlichen Demokratisierung beitrage. Wir zeigen unter anderem anhand eigener empirischer Studien, dass man die Beziehung dieser beiden Prinzipien besser als Spannungsverhältnis begreift denn als wechselseitigen oder gar eindimensionalen Kausalzusammenhang (Demokratisierung durch Partizipation). Unsere Untersuchungen liefern auch Argumente gegen das konträr zu unserer Zugangsweise verstandene Kausaldenken“, wonach Partizipation nur nach der Abschaffung oder dem Zusammenbruch des Kapitalismus im Interesse der Beschäftigten sein könne. Unser Fazit: Statt in kausalen Effekten von Beteiligungsmaßnahmen zu denken, geht es um Koevolutionen, die in einem größeren Kontext zu betrachten ist. Und diesen Kontext, die institutionellen Einbettungen, formatiert nicht nur der Kapitalismus. Ob Partizipation zu Demokratisierung beiträgt, hängt ferner ab vom bewussten Umgang mit den Nebenfolgen gut gemeinter Solidarökonomie.