Ziel dieses Beitrages ist eine Analyse der politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderung in Vietnam, dessen liberaler Doi Moi-Kurs in Anlehnung an die sowjetische Perestroika 1986 als Folge wirtschaftlicher Rezession implementiert wurde. Im Gegensatz zum ideologischen Vorbild Russland, dessen gesellschaftliche und politische Liberalisierung ökonomisch-positive Parameter hintanstellte, blieben die politischen Strukturen im neuen ASE AN-Mitglied Vietnam nahezu unverändert rigide; die marktwirtschaftliche Öffnung bewirkte hingegen makroökonomisch einen ungeheuren Boom vorwiegend asiatischer Investition, gleichermaßen jedoch eine Verstärkung interner Disparitäten. Der Weg zum fünften asiatischen Tigerstaat scheint derzeit trotz sozialistischer Einparteienlandschaft vorgezeichnet.