In Nord-Uganda herrscht seit nunmehr 20 Jahren Bürgerkrieg. Die gewaltsame Konfliktaustragung zwischen der Lords Resistance Army (LRA) und der ugandischen Regierung und Armee hat 1,6 Millionen Menschen zu Binnenvertriebenen gemacht und ist von schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet. In diesem Beitrag wird den Fragen nachgegangen, warum dieser Konflikt bisher nicht gelöst wurde und welche Faktoren zur Friedensentwicklung beitragen können. Der Beschreibung der gegenwärtigen Konfliktdynamik sowie der Betrachtung der Beziehungen zwischen den Konflikt- und Friedensakteuren und ihrer Positionen, Interessen und Bedürfnisse folgt die Erörterung der strukturellen Bedingungen und kulturellen Muster, die dem Konflikt zugrunde liegen und seine Lösung erschweren. Anschließend werden die Friedenspotenziale fokussiert und die Vision einer idealen Situation skizziert, die eintreten könnte, wenn wesentliche Konfliktursachen erfolgreich bearbeitet worden sind. Der Vergleich der Realität mit dem als ideal antizipierten Zustand macht die Defizite sowie die Erfordernisse für eine erfolgreiche Konfliktbearbeitung und den Friedensaufbau deutlich.