Umweltprobleme in den Ländern des Südens sind (fast) allgegenwärtig und meist gleichzeitig Ergebnis und Hindernis von Wachstum und Entwicklung. In einer politisch-ökologischen Betrachtungsweise werden sie jedoch nicht nur als Folge, sondern auch als Ursache und Ausdruck gesellschaftlicher Strukturen und Machtverhältnisse interpretiert. Asymmetrische Machtverteilungen führen zu Umweltkonflikten, in denen die einzelnen Akteure in unterschiedlicher Form VerursacherInnen und Betroffene von Umweltdegradierung sind. Im vorliegenden Beitrag werden diese Wechselbeziehungen anhand zweier Beispiele exemplarisch dargestellt. In der ersten Detailstudie steht die ökologisch wie sozioökonomisch folgenschwere Flussableitung des Rio São Francisco im Nordosten Brasiliens im Zentrum des Interesses. Die zweite Detailstudie beschäftigt sich mit dem Abfallsektor in Maputo (Mosambik) und verknüpft die Analyse der Wertschöpfungskette dieses Wirtschaftskomplexes mit der Untersuchung der Verwundbarkeiten
von AbfallsammlerInnen des informellen Sektors.