Betrachtet man Mexico City, São Paulo, Buenos Aires oder Rio de Janeiro, die allesamt mindestens zehn Millionen EinwohnerInnen zählen, so kann man davon ausgehen, dass die Probleme rund um Urbanisierung in Lateinamerika kein marginales Phänomen sind. Der Artikel untersucht am Beispiel Urbanisierung und lateinamerikanische Megastädte ein Spektrum der im Rahmen von Onda Latina gezeigten künstlerischen Arbeiten auf ihre reale gesellschaftliche Relevanz hin. Hierzu wurden sie einer Konfrontation mit Paulo Freires Theorie einer Bildung als Praxis der Freiheit unterzogen. Es stellte sich vor allem die Frage, ob Kunst in diesem Zusammenhang eine breite Bevölkerung erreichen und somit auf gesamtgesellschaftlicher Ebene zur Bildung eines kritischen Bewusstseins beitragen kann: Ist es Onda Latina mit dem Anspruch auf Darstellung der Vielfalt lateinamerikanischer Lebenswelten auch gelungen, eine Vielfalt österreichischer Lebenswelten zu erreichen?