Der Artikel untersucht den Zusammenhang von Theorie und Praxis im Feld der EZA. Dabei wird die oftmals unterschätzte Bedeutung der Theoriebildung für die Praxis der EZA hervorgehoben. Im Mittelpunkt steht hierbei ein kritische Auseinandersetzung mit dem Liberalismus, der im Übergang von Neo- zum Sozialliberalismus in einem beeindruckenden Ausmaß hegemonial geworden ist. Aber schon der liberale Zugang zu Zivilgesellschaft und NROs, der beide als nichtstaatliche Akteurinnen versteht, erweist sich als analytisch und politisch wenig brauchbar. Der Erklärungswert politökonomischer Theorien, die Zivilgesellschaft als einen politisch und kulturell umkämpften Raum sehen, ist deutlich höher. Im zweiten Kapitel wird die liberale Theorie und Praxis in der EZA aus historischer Perspektive untersucht. Der Artikel schließt mit einer Kritik an den sozialliberalen Konzepten von Treffsicherheit und Armutsbekämpfung.