Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Praxis entwicklungspolitischer Nichtregierungsorganiationen (NROs). Ausgehend von der Analyse, dass sich die NROs im Feld der Entwicklungszusammenarbeit (EZA) in einer Krise befinden, werden Konturen einer alternativen Praxis aufgezeigt. Die Krise entwicklungspolitischer NROs wird in einem Legitimationsproblem einerseits und politökonomischen Veränderungen andererseits verortet. Lösungen, die auf diese Krisenphänomene mit mechanistisch-objektivistischen Modellen von Wissen und Organisieren reagieren, erweisen sich angesichts der Komplexität der Krise als ungeeignet. Diesen mechanistischen Modellen deutlich überlegen sind Modelle einer reflektierten EZA, die den Umgang mit Widersprüchen, Kritik und Dialog in den Mittelpunkt ihrer Praxis stellt. Eine erhöhte Reflexionsfähigkeit wird für entwicklungspolitische NROs eine Schlüsselkompetenz werden, ohne die eine Zukunft
im Feld der EZA nur schwer vorstellbar ist. Der Artikel endet daher auch mit einem Plädoyer für die Schaffung von Räumen der Reflexion und des Dialogs im Bereich der EZA aber nicht nur dort.