“Vorbeugen ist besser als Heilen” was für die Gesundheitsvorsorge gilt, ist auch im politischen Kontext richtig. Der vorliegende Artikel bemüht sich die “atemberaubende Karriere” des Begriffs der Krisenprävention in der deutschen Afrikapolitik nachzuzeichnen. Offensichtlich haben die unterschiedlichsten Akteure im Auswärtigen Amt, im BMZ, in Durchführungsorganisationen und NRO bereitwillig das neue Paradigma in seiner allgemeinen Form übemommen, ohne allerdings bislang Lehren für ihre alltägliche Arbeit zu ziehen. Konzeptionell wurde in den letzten beiden Jahren Fortschritte gemacht, doch wichtige Probleme bleiben ohne Lösung. Unterschiedliche Herangehensweisen verschiedener deutscher Akteure sind sicherlich legitim, gleichzeitig erstaunt, wie selten sie ihre komparativen Vorteile im Themenfeld herausarbeiten. Einige Lehren kann man nun bereits ziehen. So wird ein stärker pro-aktives Verständnis von Prävention benötigt, in Verfolgung eines zielgerichteten, gleichwohl holistischen Ansatzes. Die Erstellung subregionaler Krisenpräventions-Konzepte würde überdies der Kohärenz dienen. Angepasste Instrumente nicht zu entwickeln, bedeutet eine Fortsetzung der Kultur des Reagierens.