Trotz der großen Bandbreite der Beiträge zu Global Governance lässt sich als ein Bedeutungskern herausdestillieren, dass es um staatliche Steuerungsfähigkeit in Zeiten der Globalisierung auf verschiedenen räumlichen Ebenen geht. Zunächst werden zentrale Elemente von Global Governance herausgearbeitet, um anschließend auf die potenzielle Bedeutung dieses Konzeptes als interparadigmatischen Diskurs einzugehen. Mit dem Begriff können aus unterschiedlichen theoretischen Richtungen angesichts der konstatierten Transformationsprozesse Verständnisse von Politik und des Politischen entwickelt werden. Angesichts einiger Defizite wird in der Folge gefragt, ob (a) die gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen ausreichend in den Blick kommen, (b) welche Rolle der Staat spielt und (c) wie die relevanten und zu bearbeitenden Probleme in der Diskussion um Global Governance betrachtet werden. Inwieweit (d) Global Governance ein (europäisches) Gegenprojekt zur aktuellen US-Politik darstellt, ist genauso umstritten wie (e) die Rolle peripherer Länder in der aktuellen Transformation der Politik. Unterschiedliche Vorschläge gibt es schließlich (f) hinsichtlich der analytischen und strategischen Ausweitung des Begriffs Global Governance. Abschließend geht es um die bislang geringe Bedeutung von Global Governance in den emanzipatorischen Bewegungen für eine andere Globalisierung.