Anhand einer Graphik wird der starke Anstieg wissenschaftlicher Abhandlungen über das Thema der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft ab 1980 dokumentiert und anschließend die Begriffs- und Wortgeschichte kurz dargelegt. Der Gedanke einer nachhaltigen Forstwirtschaft läßt sich in Ansätzen bereits in den Weistümern erkennen und wird in den Waldrodungen seit dem 16. Jahrhundert durch Gebote (Vorratserhebungen, Saat, Anpflanzung) und Verbote (Holzverschwendung) gefordert. Es fehlte jedoch an geschulten Forstaufsichtsorganen, weshalb die Gesetze nur mangelhaft eingehalten wurden. Anhand zahlreicher Beispiele konnte nachgewiesen werden, daß der Landesfürst, also der Gesetzgeber selbst, aus kommerziellen Gründen der Salz- und Metallgewinnung den Vorzug gab, was eine Übernutzung der umliegenden Wälder zur Folge hatte. Ein ähnliches Verhalten konnte auch bei den Großwaldbesitzern, wo die Jagd im Vordergrund stand, bei freien Bauern nach Entschädigungszahlungen und bei den Eingeforsteten, da es sich um fremde Güter handelte, festgestellt werden. Wie die Forstgeschichte zeigt, wurde das Nachhaltigkeitsprinzip dort nicht angewandt, wo höhere Gewinne aus anderen Nutzungsformen zu erzielen oder höhere Interessen vorhanden waren. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes stand bald mineralische Kohle in ausreichendem Maße zur Verfügung, wodurch ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Wälder entlastet wurden. Eine nachhaltige Forstwirtschaft war nun überall möglich.