In der Europäischen Union wurde erst relativ spät die Notwendigkeit einer konsistenten Armutsbekämpfung in der Entwicklungspolitik entdeckt. In den letzten Jahren wurde Armutsbekämpfung jedoch zur Priorität der offiziellen EU-Entwicklungspolitik. In diesem Beitrag wird betrachtet welche Wege beschritten wurden, um einer Entwicklungspolitik näher zu kommen, die zur Verringerung der Armut beitragen kann. Dabei stellen sich für die EU besondere Probleme heraus, die sich aus ihrer Geschichte und den komplexen Bedingungen und Regeln ergeben. Den anspruchsvollen Formulierungen und Absichtserklärungen stehen erhebliche Probleme und Schwierigkeiten bei der praktischen Umsetzung gegenüber. Insgesamt wird immer noch nur ein Bruchteil der Mittel tatsächlich für Programme zur Armutsbekämpfung ausgegeben. Partizipative Ansätze werden propagiert, in der Umsetzung jedoch nur gering gefördert. Für die Überwindung der Probleme sind noch erheblicher Anstrengungen, strukturelle Veränderungen und Reformen notwendig. Die Instrumente Mikro Projekte, Dezentralisierte Kooperation und Förderung von Nichtregierungsorganisationen sind Hauptträger der Armutspolitik, erhalten jedoch weniger Unterstützung als die Ankündigungen erwarten lassen.