Vor dem Hintergrund der wachsenden Militanz chinesischer ArbeiterInnen untersucht der vorliegende Artikel, wie der unter Parteiführung stehende All-Chinesische Gewerkschaftsbund (ACGB) auf die entstehende ArbeiterInnenbewegung reagiert hat und welche Potenziale für eine verbesserte Interessenvertretung chinesischer (Wander-)ArbeiterInnen existieren. Hierfür zeigen wir zum einen, dass sich der Charakter von Arbeitskämpfen im Verlauf der vergangenen zehn Jahre verändert hat und dieses Handeln (migrantischer) ArbeiterInnen die treibende Kraft für die Transformation der Arbeitsverhältnisse ist. Zum anderen wird anhand der Analyse dreier zentraler Reformbereiche demonstriert, dass der ACGB zu Reformen fähig ist, die nicht auf Vorgaben des Parteistaats reduzierbar sind und wenn sie mit Arbeitskämpfen verbunden sind zu einer Erhöhung der Organisationsmacht von ArbeiterInnen in China führen können.