Der Beitrag befasst sich mit den Schattenseiten von Arbeit und Leben in der modernen kapitalistischen Gesellschaft, speziell mit dem Formwandel der Arbeit. Wie kam es zur Herausbildung von Lohnarbeit, wie ist diese dann so normiert worden, dass von einem Normalarbeitsverhältnis gesprochen werden kann, und wie ist zu erklären, dass die sozialen Formen dieser Normalität aufgelöst worden sind und inzwischen 60 Prozent der globalen Arbeitskräfte informelle Arbeit leisten? Dafür ist die Globalisierung mit ihrem Wettbewerbsdruck auf alle Standorte verantwortlich. Um Kosten zu senken, werden Regeln dereguliert und die Formen der Arbeit aufgelöst, die menschliche und soziale Sicherheit und auch so etwas wie würdige Arbeit vermittelt haben. Arbeit wird also informalisiert, und nicht zufällig ist seit den 1970er Jahren in den Sozialwissenschaften die Rede von informeller Arbeit. Sehr häufig, aber durchaus nicht immer und notgedrungen, landen informell Arbeitende in prekären Verhältnissen.