Der Artikel untersucht Möglichkeiten eines öko-solidarischen Entwicklungsmodells für Europa unter Rückgriff auf lateinamerikanische Theorien und Erfahrungen. Die Argumentation erfolgt gemäß des didaktischen Dreischritts von Ist-Soll-Tun. In einem ersten Schritt wird die spezifisch dysfunktionale neoliberale Regulation in Europa analysiert, die Chancen für emanzipatorische Strategien eröffnet. In einem zweiten Schritt wird das gute Leben für alle als konkrete Utopie vorgestellt, die aus Lateinamerika inspiriert ist. Diese Utopie polarisiert Bewegungen, Klassen und Lösungsansätze vor allem dann, wenn es um die Entscheidung geht, ob das gute Leben für wenige oder für alle verwirklicht werden soll. In einem dritten Schritt werden die Herausforderungen für eine pluralistische Suchbewegung, die eine große Transformation umsetzen soll, untersucht.