Der Beitrag untersucht die Dimensionen, Fragmentierungen und Auswirkungen des ungleichen Zugangs zu modernen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) von Menschen unterschiedlicher Entwicklungsräume. Er versucht im Besonderen aufzuzeigen, warum die digitale Kluft eine neue Dimension der Zentrum-Peripherie-Disparität bildet, die in der Regel mit einem politischen Machtgefälle und einer sozioökonomischen Polarisierung begründet wird. Gleichbedeutend mit industriell erzeugten oder agrarischen Gütern wurden Wissen und Information zu bedeutenden politischen und ökonomischen Ressourcen. Diese weltgesellschaftlichen Veränderungen werfen wiederum Fragen des Zugangs, der Verteilungsgerechtigkeit und den Besitzrechten an ihnen auf. Die Darstellung und Analyse der These, dass die digitale Kluft der Gegenwart zu einer Verschärfung des Zentrum-Peripherie-Gegensatzes führen wird, ist das zentrale Thema des vorliegenden Artikels.