Dezentralisierung ist das am weitesten fortgeschrittene Element der “Reformen der zweiten Generation”, mit denen in Lateinamerika seit mehreren Jahren eine Modernisierung von Staaten angestrebt wird. Während die weltweit wachsenden Protagonisten der Dezentralisierung mit ihr mehr staatliche Effizienz und eine Vertiefung der Demokratisierungsprozesse erreichen wollen, wird sie von ihren Kritikern häufig als Anpassung der Politik an die neuen ökonomischen Bedingungen der Globalisierung begriffen. Der Beitrag beschreibt über eine Analyse der theoretischen Konzepte und empirischen Erfahrungen den aktuellen Zustand, die Qualität und die politischen Auswirkungen der Dezentralisierung in Lateinamerika. Zusätzlich weist er auf neue Forschungsfelder hin, deren Bearbeitung eine Bewertung von Dezentralisierungspolitiken in Zukunft erleichtern könnte.