Angesichts der durch die moderne Globalisierung hervorgerufenen Krise des Nationalstaats haben die Indiovölker Lateinamerikas in der Praxis ihres politischen Zusammenlebens verschiedene Formen von Autonomie entwickelt: Vom Territorium der Kunas in Panama über die Atlantikküste Nicaraguas bis zu den autonomen Munizipien der Zapatisten in Chiapas, Mexiko, und dem Projekt eines plurikulturellen und multiethnischen Staates bei den Indígenas von Ecuador reicht die breite Palette alternativer Gesellschaftsmodelle. Darin kündigt sich ein politischer Paradigmenwechsel an, wie es ihn seit dem Beginn der Neuzeit nicht mehr gegeben hat.