In den 1970er und 1980er Jahren setzte eine Migration in die Tropen des Departments Cochabamba ein: Angestoßen vom Zusammenbruch des Bergbaus und der Krise der Landwirtschaft im bolivianischen Hochland und angezogen von der Attraktivität des Kokaanbaus für die illegale Kokainwirtschaft. Dabei entstand ein komplexes und dynamisches multikulturelles Universum, mit starken andinen Prägungen im tropischen Kontext. Im Widerstand gegen die Politik der Kokavernichtung wuchs die Sindicato-Bewegung der Bauern zu einer Fundamentalopposition von nationaler Dimension heran. Aus lokalen Selbstorganisationen mit De-facto-Autonomie entwickelte sich eine politisierte Autonomie des Widerstands. In Konfrontation zu dieser mündeten die Politiken der Kokavernichtung und der Alternativen Entwicklung in ein Nachhaltigkeitsdesaster.