Nicht das Ausmaß der gegenwärtigen Globalisierung, sondern bestimmte Aspekte ihrer Durchsetzung sind für die gesellschaftlichen Auswirkungen entscheidend. Re-Globalisierung der Weltwirtschaft nach 50 Jahren kriegsbedingter Abschottung ist bestimmt durch Eingliederung von Wirtschaften in die internationale Arbeitsteilung, die durch Marginalität gekennzeichnet sind. Dadurch wird Arbeit trotz Produktivitätswachstum nicht knapp. Arbeit auch im Westen verliert ihre Verhandlungsmacht, sofern Marginalität, nämlich strukturelle Arbeitslosigkeit im Süden nicht beseitigt wird. Der gegenwärtige Schub von Re-Globalisierung ist zu schwach, um Marginalität in der Peripherie des Weltsystems zu beseitigen. Deshalb muß Globalisierung durch komplementäre Maßnahmen entwicklungspolitischer Art so vertieft werden, daß sie in das bislang vorherrschende Modell eines Geleitzugs überführt wird, in dem Süden und Westen gleichermaßen im Rahmen einer freien Wirtschaft wirtschaftlich wachsen können.