Ausgehend von gramscianischen und institutionalistischen Perspektiven zu Wohlfahrtsregimes in Lateinamerika, vergleichen wir die Entwicklung von Sozialstaatlichkeit in Argentinien und Brasilien seit den 1930er Jahren. Das Hauptaugenmerk gilt den liberalen Transformationen der 1980er und 1990er Jahre und den aktuellen Veränderungen seit 2002. Dabei heben wir besonders die Bedeutung sozialer Auseinandersetzungen hervor, die zur Entwicklung neuartiger Formen der Sozialstaatlichkeit führen sowie deren Auswirkungen auf die strategische Selektivität der staatlichen Institutionen in der Semi-Peripherie. Besonderes Augenmerk gilt dabei der Debatte um Universalismus vs. Treffsicherheit sowie der Befriedung von Widerstand mittels passiver Revolutionen.