So wie Post-Development den westlichen Weg des Wachstums in Frage stellt, so tun dies auch Postwachstums-Ansätze. Sowohl im Post-Development-Diskurs als auch im Postwachstums-Diskurs und seinen Vorläufern nicht zuletzt der Diskussion zu feministischer Ökonomie findet sich dabei eine Bandbreite von Ansätzen: vom Aufruf zur Mäßigung bis zur Kritik am kapitalistischen Modell. Dieser Beitrag zeichnet einige Eckpunkte der Debatte in Deutschland nach und verweist auf die Diskussionen in den 1990er Jahren in der internationalistischen Szene unter dem Schlagwort einer Abwicklung des Nordens, mit denen Forderungen aus dem Post-Development-Diskurs begegnet werden sollte. Dabei wird die damalige Aussage, Konzepte einer alternativen Wirtschaftsweise seien aus der bestehenden Praxis solidarischer Ökonomie abzuleiten, aufgegriffen und argumentiert, dass sich aus derzeit praktizierten Ansätzen alternativen
Wirtschaftens belegt mit Beispielen aus dem deutschsprachigen Raum Prinzipien einer anderen ReProduktionsweise herauslesen lassen, welche einer solchen Abwicklung des Nordens im Sinne einer Auflösung ökonomischer Herrschaft sowie der Ausbeutung von Natur und Mensch gerecht würden.