Der vorliegende Artikel beschreibt die größte Industriekooperative der Welt, die im baskischen Mondragón seit über fünfzig Jahren den schwierigen Interessensausgleich zwischen externen Marktzwängen und genossenschaftlicher Unternehmenslogik herzustellen versucht. Zunächst werden dafür die Entstehungsgeschichte und die organisationale Funktionsweise des Kooperationennetzwerkes beschrieben. Mit Hilfe des Weber’schen Ansatzes von “Gemeinschaftshandeln”, der allgemeinen theoretischen Interpreteaiton von Genossenschaften nach Anmman sowie des soziologischen Verständnisses lebensweltlicher Strukturen von Schütz und Luckmann wird in der Folge auf die spezifischen Ausformungen der Solidarischen Ökonomie in Mondragón eingegangen. Die empirischen Daten, auf welche durchgänig verwiesen wird, basieren auf einer 2007 durchgeführten Feldforschung. Der Artikel skizziert, wie der Genossenschaftsgedanke in Mondragón auf vielfältigen Ebenen Einzug gehalten und die regionale Gesellschaft ein Stück weit demokratisiert und inspiriert hat.