Reproduktive Rechte und das politische Ziel der Selbstbestimmung werden aus dem Grundrechten der Selbstbestimmung der Frau über den eigenen Körper und auf körperliche Unversehrtheit und Integrität abgeleitet, welche aus dem Katalog der Menschenrechte stammen. Das Aktionsprogramm der dritten UN-Konferenz zu Bevölkerung und Entwicklung in Kairo 1994 nimmt erstmals feministische Positionen auf und fordert reproduktive Rechte und reproduktive Gesundheit, den Zugang zu Bildung speziell für Mädchen und Frauen, Gendergerechtigkeit und “empowerment” als Ermächtigung in der Hand von Frauen. Im Zuge der Vorbereitungen der Konferenz und der Reflexion der Ergebnisse von Kairo stellte sich aus feministischer Theorie und Praxis die Frage, ob überhaupt eine frauengerechte Bevölkerungspolitik möglich ist, oder ob Bevölkerungspolitik grundsätzlich unvereinbar ist mit Fraueninteressen und Selbstbestimmung. Reproduktive Rechte von Frauen hängen eng mit ihren Arbeitsrechten zusammen. Die internationale Kampagne “Clean Clothes für faire Arbeitsbedingungen weltweit” macht diesen Zusammenhang zu einem globalen politischen Thema. Am Beispiel der Kampagne wird aufgezeigt, das Prozesse der Internationalisierung und Globalisierung funktionierende Frauennetzwerke brauchen, die Aktivistinnen für soziales und politisches Handeln gewinnen können und die sozio-ökonomischen Probleme der Globalisierung aufzeigen. Durch die Teilnahme an internationalen Debatten kann mittels globaler Perspektive auf die nationale und regionale Politik verändernd eingewirkt werden.