Die Begrenztheit der Erde zur Bereitstellung von Ressourcen und zur Absorption der Schadprodukte menschlichen Wirtschaftens wird immer offensichtlicher: Klimawandel, Artensterben und die Degeneration der Ökosystemdienstleistungen sind eindeutig belegt, doch der Weg zur Behebung der ökologischen Krise ist umstritten. Weiteres Wirtschaftswachstum ist Ziel der globalen und nationalstaatlichen Politik, die negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen werden in Kauf genommen oder negiert. Ziel des vorliegenden Artikels ist es aufzuzeigen, dass Wirtschaftswachstum eine Ursache der gegenwärtigen ökologischen Krise und nicht deren Lösung ist; dass ökologische und soziale Fragen zusammengedacht werden müssen und es nicht das eine Verständnis von Gerechtigkeit oder Natur gibt. Das Konzept der gesellschaftlichen Naturverhältnisse bietet dann die Folie, anhand derer das Konfliktfeld geistige Eigentumsrechte an genetischen Ressourcen aufgespannt und gezeigt wird, inwieweit es sich hierbei um Mittel der Kontrolle und Monopolbildung handelt, die nicht geeignet sind, zu ökologischer und sozialer Gerechtigkeit beizutragen.