Der Artikel beschreibt die Entstehungsgeschichte von ATTAC als Beispiel für eine neue Bewegung der internationalen Zivilgesellschaft und geht auf die politökonomischen Voraussetzungen der Gründung ein. Weiters werden Chancen und Herausforderungen für neue zivilgesellschaftliche Bewegungen beleuchtet. Gründe für den großen Zulauf zu ATTAC liegen in der Unzufriedenheit mit der propagierten Alternativenlosigkeit zur derzeitigen Form der Globalisierung, den fehlenden demokratischen Mitbestimmungsmöglichkeiten und im Verlust der gemeinschaftsbildenden Funktion der politischen Parteien. Die Artikulation von Forderungen auf internationaler Ebene ist auch ein Zeichen für veränderte politische Handlungsmuster in Zeiten der Globalisierung. Der Nationalstaat bleibt dennoch ein wichtiger Adressat für zivilgesellschaftliche Forderungen. Die wichtigste Herausforderung liegt in der Schaffung eines alternativen Diskurses zum neoliberalen Einheitsdenken und in der Beibehaltung eines Reformismus, der radikal genug bleiben muss, um nicht vom Mainstream-Diskurs vereinnahmt zu werden.